Wie Sie mit KI Ihre Kund:innen vergraulen
Wie Sie mit KI Ihre Kund:innen vergraulen
5 Tipps vom Profi
Unser Artikel Wie Sie es schaffen, dass Ihr Workshop in die Hose geht gehört zu den meistgelesenen Beiträgen in unserem Magazin – vielleicht weil wir alle den Impuls kennen, erst einmal aufzuzählen, wie etwas nicht sein soll, statt die Anforderungen konkret zu benennen. Die folgenden Tipps zeigen deshalb augenzwinkernd auf, wie Sie mit KI garantiert keinen Mehrwert erzeugen.
1. Sehen Sie KI als Allheilmittel an
Fragen Sie sich bloß nicht, welches Problem Sie für Ihre Kund:innen lösen können (mit oder ohne KI-Einsatz). Viel wichtiger ist doch, dass KI alles kann – und das auch noch schneller und günstiger als Menschen.
Wenn Ihre Kund:innen keine Vorteile erfahren, sondern das Gefühl bekommen, dass KI in Ihrem Unternehmen vor allem eingeführt wurde, um Kosten zu reduzieren, sind Sie auf einem hervorragenden Weg. Ihre Kund:innen werden entsprechend abbiegen.
2. Behalten Sie für sich, wo KI dahintersteckt
Transparenz ist völlig überbewertet. Erklären Sie möglichst nicht, ob und wie Sie KI einsetzen. Das nimmt doch nur die Spannung.
Sollten Kund:innen gezielt nachfragen, helfen allgemeine Formulierungen und lange Texte voller Fachbegriffe. Das schafft zwar kein Vertrauen, aber zumindest Verwirrung, und die hält bekanntlich auf Abstand.
3. Kommunizieren Sie nur noch über KI
Schlecht trainierte Chatbots, Sprachmenüs, automatisierte E-Mails, Ticketportale – je mehr digitale Hürden zwischen Ihren Kund:innen und Ihren Mitarbeitenden stehen, desto besser. Ein echter Mensch sollte möglichst schwer erreichbar sein.
Gewachsene Kundenbeziehungen durch persönliche Ansprechpersonen sind nämlich von gestern. Setzen Sie stattdessen auf noch mehr und am besten unterschiedliche KI-Tools in all Ihren Kontaktkanälen, das wirkt modern.
4. Übertragen Sie Ihrer KI die volle Verantwortung
Besonders effizient wird der Ansatz aus Tipp 3, wenn Sie Ihrer KI verbieten, Unterstützung durch menschliche Kolleg:innen einzuholen. Falls sie an ihre Grenzen stößt, sollte sie einfach weitermachen. Mit denselben Standardantworten. Oder mit selbstbewusst vorgetragenen Fehlinformationen.
Sie kennen es bestimmt aus eigener Erfahrung: Nichts stärkt die Kundenbindung so sehr wie die Erkenntnis, dass niemand mehr die Verantwortung übernimmt.
5. Hören Sie auf, KI-Ergebnisse zu hinterfragen
Die KI wird schon wissen, was sie tut. Veröffentlichen Sie Texte, Designs, Angebote und Antworten direkt und ungeprüft.
Es muss Sie auch nicht interessieren, dass die Menschen inzwischen ein gutes Gespür für generische KI-Ergebnisse entwickelt haben. Wenn jede E-Mail gleich klingt und jede Grafik in dieselben offensichtlichen KI-Fallen tappt, entsteht ein besonderer Wiedererkennungswert. Und Sie sparen sich die Zeit für Qualitätssicherung und Weiterentwicklung!
Extra-Tipp, wenn Sie nicht nur Ihre Kund:innen ärgern möchten: Vermeiden Sie es, Ihre Mitarbeitenden einzubinden
Führen Sie neue KI-Systeme möglichst ohne Beteiligung Ihrer Teams ein, um für maximale Motivation bei den Kolleg:innen zu sorgen. Gemeinsame Vorabüberlegungen, interne Tests, kritisches Feedback und Trainings zu Tools und Prozessen würden die Einführung der neuen Technologie nur unnötig hinauszögern.
Nutzen Sie KI außerdem überall, wo es technisch möglich ist. Ob die Anwendung tatsächlich sinnvoll ist oder Ihren Mitarbeitenden eher mehr Arbeit bereitet, spielt keine Rolle. Hauptsache, irgendwo steht „KI-gestützt“, das macht sich gut im Marketing.
Die eigentliche Stärke von KI
Zum Glück setzen die wenigsten Unternehmen all diese „Tipps“ konsequent um. Deshalb ist unser Artikel vor allem eines: eine überspitzte Erinnerung daran, worauf es beim Einsatz von KI wirklich ankommt. Unternehmen, die Technologie konsequent aus Sicht ihrer Kund:innen und Mitarbeitenden denken, schaffen echten Mehrwert – effizient, aber gleichzeitig persönlich und vertrauenswürdig.
Die eigentliche Stärke von KI liegt schließlich nicht darin, Menschen zu ersetzen, sondern sie zu unterstützen und voranzubringen. Wer diese Haltung tatsächlich lebt, merkt schnell: Die meisten Kund:innen – und Arbeitnehmenden! – haben nichts gegen KI. Unabhängig von deren Anwendung legen sie Wert auf ein konstruktives Miteinander, auf Transparenz und das Gefühl, ernst genommen zu werden.
In unserem Team arbeiten wir kontinuierlich daran, neue Technologien sinnvoll in unsere Prozesse zu integrieren – und dabei alle mitzunehmen. Dazu gehört immer wieder Ausprobieren, Hinterfragen, Verwerfen und Optimieren. Denn entscheidend ist für uns nicht, was technisch möglich ist, sondern was Menschen tatsächlich weiterbringt.
Aus dieser Überzeugung begleiten wir auch Unternehmen bei ihren nächsten Schritten: von der strategischen Einordnung neuer (KI-)Möglichkeiten über die Entwicklung einer passenden Lernkultur bis hin zu konkreten Trainings. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen! kontakt@learn.work
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