Wer lernt denn da?
Wer lernt denn da?
Die Zielgruppe im Blick
Bis ein Weiterbildungsangebot in einem Unternehmen implementiert wird, haben sich viele Menschen an vielen Stellen Gedanken gemacht. Arbeitszeit ist hineingeflossen und Kosten sind entstanden. Sobald die Lernenden und das Lernangebot zusammenkommen, zeigt sich, ob es wirkt.
Je früher die Lernenden als Zielgruppe in den Fokus rücken, desto passgenauer kann das Angebot für ihre Bedürfnisse entwickelt werden. Ob bei der Aufbereitung der Inhalte, der Visualisierung, den Formaten und Tools – nur mit einem klaren Bild der Zielgruppe kann der gewünschte Lernerfolg einsetzen.
Warum sich eine Zielgruppenanalyse lohnt
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmen rollt erstmalig ein breites Lernangebot zu Produktneuheiten inklusive beispielhafter Kundengespräche aus. Dieses wird den Mitarbeitenden auf der Fläche über Tablets bereitgestellt. Das Absolvieren fordert im Vergleich zu den täglichen To-dos der Zielgruppe ein höheres Maß an Selbstorganisation und Technikaffinität. Durch eine Zielgruppenanalyse wurde das frühzeitig klar und dementsprechend bei der Konzeption berücksichtigt. Die Einführung dieses ersten Lernangebots wurde durch LernPartner von learn begleitet, die mit den Mitarbeitenden auf der Fläche gemeinsam das Lernangebot erkundeten und für Fragen und Hinweise im direkten Austausch verfügbar waren. Die Durchdringung lag bei über 65 % und schon bei der Einführung des zweiten Lernangebots war diese Begleitung nicht mehr nötig und die Durchdringung der Lerninhalte lag bei beinahe 90 %.
Es zahlt sich also aus, vor der Erstellung eines (digitalen) Weiterbildungsangebots ausreichend Zeit in die Zielgruppenanalyse zu investieren: Werden Inhalte, Sprache, Beispiele und technische Ausspielung durchdacht an den praktischen Kontext ausgerichtet, steigt nicht nur die Teilnahmequote, sondern auch der Transfer in den Arbeitsalltag.
Die richtigen Fragen stellen
Eine Zielgruppenanalyse bedeutet nicht, Menschen in Schubladen zu stecken. Es geht vielmehr darum, realistische Annahmen und daraufhin bewusste Entscheidungen zu treffen. Hilfreich sind gezielte Fragen:
• Welches Vorwissen bringen die Teilnehmenden zum Lernthema mit?
• Welche Erfahrungen haben sie bereits mit (digitalen) Weiterbildungsangeboten gemacht?
• Wie aufgeschlossen sind sie bestimmten Lernformaten gegenüber (Präsenzworkshops, Microlearning, Lern-Apps …)?
• Was sollen sie nach dem Training konkret wissen, können, tun?
• Was erhoffen sich die Teilnehmenden selbst, was sind ihre Ziele, Ideen und Wünsche? Wie macht ihnen Lernen Spaß?
• Warum nehmen die Lernenden teil, wie hoch ist ihre Lernmotivation? Handelt es sich um ein verpflichtetes oder freiwilliges Training?
• Wie sieht der Lernkontext aus (Zeitfenster, technische Voraussetzungen etc.)?
Greifbare Zielgruppen dank Personas
Um Erkenntnisse zu bündeln und anschaulich zu machen, hat sich die Arbeit mit Personas bewährt. Diese typischen, aber fiktiven Vertreter:innen einer Zielgruppe helfen, Annahmen zu konkretisieren und Weiterbildungsangebote konsequent aus Sicht der Lernenden zu denken.
So kann etwa ein mittelständisches Speditionsunternehmen, das zum einen Bürokräfte und zum anderen Fahrer:innen beschäftigt, zwei aussagekräftige Beschreibungen für Personas formulieren:
• Lara, Disponentin – Lara arbeitet im Büro, koordiniert Touren, steht ständig im Austausch mit Fahrer:innen und Kund:innen und jongliert mehrere Aufgaben parallel. Sie ist digital erfahren und nutzt täglich verschiedene Tools. Für sie ist wichtig, dass sie sich Lernzeiten flexibel einteilen und Inhalte bei Bedarf schnell nachschlagen kann.
• Mario, Berufskraftfahrer – Mario ist viel unterwegs und nutzt digitale Angebote vor allem mobil. Er bevorzugt kurze, verständliche Lerneinheiten. Praxisnähe ist für ihn entscheidend: Beispiele müssen direkt aus seinem Arbeitskontext stammen, abstrakte Theorie schreckt ihn eher ab.
Wichtig: Personas sollten nicht ausschließlich am Schreibtisch entstehen, sondern immer gemeinsam mit Vertreter:innen der Zielgruppe überprüft und geschärft werden. So lassen sich Stereotype vermeiden. Diejenigen, für die das Training entwickelt wird, aktiv in diesen Prozess einzubinden, erhöht ihre Lernmotivation zudem deutlich.
Was folgt daraus für die Praxis?
Ein gutes Zielgruppenverständnis hat mehrere positive Auswirkungen, die kurz- wie langfristig spürbar sind:
• Trainings werden relevanter und näher an realen Herausforderungen umgesetzt.
• Lernformate und -zeiten passen besser in den Arbeitsalltag, von Live-Webinaren über E-Learnings für Mobilgeräte bis Präsenzworkshops.
• Sprache und Tonalität sind für die Lernenden verständlich und wirken aktivierend.
Eine Zielgruppenanalyse ist also kein theoretischer Luxus, sondern eine Voraussetzung für nachhaltige Weiterbildung. Unternehmen, die sich die Zeit nehmen, ihre Zielgruppen wirklich zu verstehen, investieren nicht nur in bessere Lernangebote, sondern in die Motivation ihrer Mitarbeitenden, in praktische Transferleistungen und die Zukunftsfähigkeit ihres Betriebs.
Lernen beginnt mit Zuhören
Sie möchten wissen, wie die Zielgruppen in Ihrem Unternehmen gerne und erfolgreich lernen und was das für Ihre Weiterbildungsstrategie bedeutet? Das Team von learn unterstützt Sie mit fundierter Bedarfsanalyse, ausführlicher Beratung und passgenauer Konzeption. Sprechen Sie uns an – gerne gehen wir die nächsten Schritte gemeinsam! > kontakt@learn.work
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