Wann ist Schluss mit lustig?
Wann ist Schluss mit lustig?
Oder: Wie viel Spaß verträgt Weiterbildung?
Punkte sammeln, Abzeichen freischalten, Easter Eggs entdecken, virtuelle Welten erkunden oder über kreative Wortspiele schmunzeln: Moderne Lernangebote sollen Aufmerksamkeit erzeugen und Motivation fördern. Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung. Schließlich liest kaum jemand gerne unübersichtliche Textwüsten oder klickt sich begeistert durch dutzende vollgepackte Folien, die alle gleich aussehen.
Doch manchmal drängt sich die Frage auf: Wann wird aus aktivierender Gestaltung und großem Storytelling eher Ablenkung? Die Antwort ist weniger eine Frage des Humors als der Passung.
Optik darf nicht zum Selbstzweck werden
Gamification, eine spannend erzählte Lernreise, humorvolle Elemente und kleine Überraschungen werten Lernangebote deutlich auf. Sie wecken Interesse, schaffen Orientierung und helfen dabei, Inhalte besser im Gedächtnis zu verankern. Richtig eingesetzt fördern sie Motivation und Lernbereitschaft.
Entscheidend ist dabei, dass sie einem klaren Zweck dienen. Die Aufmachung eines Trainings darf dem eigentlichen Lernziel nie im Weg stehen – sie soll es immer unterstützen.
Wird die Geschichte wichtiger als das Thema, überlagert der Humor die eigentliche Botschaft oder dreht sich alles um Punkte, Abzeichen und Belohnungen, gerät das Lernziel schnell in den Hintergrund. Wer sich am Ende vor allem an die Optik und die Story erinnert, aber nicht an die Inhalte, hat wahrscheinlich eine unterhaltsame Erfahrung gemacht, aber nicht nachhaltig gelernt.
Die beste Gestaltung nimmt deshalb konkreten Bezug auf Inhalte, greift diese auf – mal augenzwinkernd, mal als Beispiel, mal als Denkanregung – und aktiviert so verschiedene Lernkanäle. Sie führt Lernende durch ein Thema, macht Wissen zugänglich und sorgt dafür, dass Relevantes hängen bleibt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Im Training So funktioniert Kommunikation werden Eselsbrücken und Gedächtnisstützen wörtlich genommen, um den Mehrwert von Kommunikationsmodellen zu verdeutlichen.
Die Zielgruppe entscheidet
Ob ein spielerischer Ansatz und humorvolle Sprache und Optik funktionieren, hängt außerdem stark davon ab, wer lernen soll. Nicht jede Zielgruppe reagiert auf dieselben Elemente positiv.
Bei Auszubildenden und Berufseinsteiger:innen kommen spaßige Herausforderungen und kleine Wettbewerbe oft gut an. Erfahrene Mitarbeitende und Führungskräfte möchten dagegen häufig möglichst schnell erkennen, welchen konkreten Nutzen ein Training für ihren Arbeitsalltag hat – was den Spaßfaktor jedoch nicht ausschließt! Manche Unternehmenskulturen leben von einer lockeren Ansprache und viel Humor, andere bevorzugen einen sachlicheren Ton.
Nur, indem wir uns im Austausch mit dem Kunden in die Bedürfnisse, Erfahrungen und Erwartungen der Lernenden vertiefen, können wir als E-Learning-Anbieter fundierte Empfehlungen dazu aussprechen, welche gestalterischen Elemente sinnvoll sind – und welche nicht.
Auch Pflichtthemen dürfen gefallen
Themen, die regelmäßig wiederholt werden müssen, gehören für viele Lernende eher zu den Aufgaben, die man möglichst schnell hinter sich bringen möchte. Doch genau dieses schnelle „Abhaken“ steht oft im Widerspruch zum eigentlichen Ziel der Wiederholung: Wissen nachhaltig zu festigen. Wenn Inhalte immer gleich präsentiert werden, schwindet die Aufmerksamkeit schnell. Eine frische Gestaltung, abwechslungsreiche Formate oder neue Perspektiven können dazu beitragen, dass auch bekannte Themen wieder Interesse wecken – und so ihre Wirkung besser entfalten.

Die unternehmenseigenen Büroräume im Pixel-Art-Stil nachgebaut: Für das Training zum Thema Arbeitssicherheit bei JustWatch fiel die Entscheidung bewusst auf Gamification vom Feinstem.
Ansprechende Gestaltung kann viele Formen annehmen: eine klare visuelle Struktur, praxisnahe Fallbeispiele, interaktive Entscheidungen, authentische Szenarien und überraschende Perspektivwechsel.
Motivation entsteht nicht nur durch Unterhaltung. Oft entsteht sie vor allem durch Relevanz. Wenn Lernende erkennen, warum ein Thema wichtig ist und welchen Bezug es zu ihrem Alltag hat, steigt die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen – unabhängig davon, ob dabei Punkte gesammelt werden oder nicht.
Nicht lustig oder ernst, sondern passend
Die entscheidende Frage lautet also nicht: Wie viel Spaß verträgt Weiterbildung? Vielmehr klären wir vor jedem Projekt: Was unterstützt das Lernen unserer Zielgruppe?
Manchmal sind das spielerische Elemente oder sympathische Avatare mit flotten Sprüchen. Manchmal sind es Stimmen und Videos aus dem Team. Und manchmal ist es einfach ein klar strukturiertes und ansprechendes Training, das die Berufsrealität der Lernenden trifft.
Gute Weiterbildung muss nicht zum Klamauk werden, aber sie sollte Freude machen. Genau dann entfaltet sie ihre größte Wirkung. Möchten Sie noch mehr Beispiele sehen und herausfinden, was zu Ihrem Unternehmen und Ihrem Thema passt? Schauen Sie sich auf unserem learncampus um und kontaktieren Sie uns für einen tieferen Einblick in unsere Arbeit! kontakt@learn.work
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