Präventionsarbeit im Bistum Speyer

Präventionsarbeit im Bistum Speyer

Ganzheitliches Web Based Training: Wissen, Erkennen, Handeln

Ziele des Lernangebots:

  • Aufklärung zum Thema Prävention sexualisierter Gewalt
  • Hintergrundwissen zur Historie, der Bedeutung in der Katholischen Kirche, zu Begrifflichkeiten und der Rechtslage
  • Sichermachen für das eigene Verhalten im Verdachtsfall
  • Handlungsleitfaden und eigene Verantwortung

Kunde/Auftraggeber: Bistum Speyer, Generalvikar und die Präventionsbeauftragten

Zielgruppe: Phase 1: Mitarbeiter:innen der Kinderbetreuungseinrichtungen / Phase 2: alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen im Bistum

Angeschlossene Bistümer: Freiburg, Limburg, Magdeburg, Mainz, Osnabrück, Rottenburg-Stuttgart

Ein Brandschutzbeauftragter weiß, was eine Gefahrensituation ist, wie er sie erkennt, wie man erste Hilfe leistet und wer wann und über welchen Kanal zu informieren ist, sollte es tatsächlich brennen. Ein Brandschutzbeauftragter ist kein Feuerwehrmann, doch seine Rolle ist nicht minder wichtig.

Ähnlich sind die Erwartungen an alle Mitarbeitenden in den Einrichtungen der katholischen Kirche, wenn es um das Thema sexualisierte Gewalt geht. Aus diesem Grund haben wir für sie ein Online-Lernangebot entwickelt: Hier erlangen die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Sicherheit im Umgang mit dem Thema. Sie lernen, wie sie im Verdachtsfall angemessen reagieren und wie sie bei Bedarf handeln können.

Sichermachen als Ziel

Seitdem 2010 das Thema Missbrauch in der Kirche in den Medien auftauchte, ist viel passiert. So hat die Deutsche Bischofskonferenz klare Richtlinien entwickelt, die in allen deutschen Bistümern umgesetzt werden müssen.

Aus diesem Grund wurde unser Team Digitales Lernen bei learn beauftragt, in Kooperation mit den Präventionsbeauftragten von sieben Diözesen ein Weiterbildungsangebot zu entwickeln, das genau dies erreicht: Wissen vermitteln, das die Mitarbeitenden sicher macht. Fragen beantworten und das Bewusstsein für die eigene Rolle und Verantwortung zu schärfen. Wie erkenne ich, ob ein Kind zuhause Gewalt erfährt? Wie reagiere ich, wenn ich unrechtmäßiges Verhalten bei einem Kollegen wahrnehme? Was, wenn sich ein:e Schutzbefohlene:r mir anvertraut – was kann, soll und darf ich dann tun?

Das Lernmodul

Das Lernmodul trägt den Namen „Wissen, Erkennen, Handeln. Prävention sexualisierter Gewalt.“ Zu Beginn des Auftrags gingen wir davon aus, dass sich die Zielgruppe auf die Mitarbeiter:innen der Kindertagesstätten und Kindergärten beschränkt. Nach ersten Gesprächen und nachdem sich weitere Bistümer dem Vorhaben angeschlossen hatten, wurde jedoch beschlossen, dass allen Mitarbeitenden im Haupt- und Ehrenamt auf diesem Wege ein Lernangebot gemacht werden soll.

Dies hatte auch Auswirkungen auf die Inhalte, da neben Kindern nun auch Jugendliche, Senioren, Menschen mit Behinderungen sowie sämtliche Schutzsuchende zur Gruppe der Schutzbefohlenen hinzukamen. Worauf haben wir bei der Konzeption und Umsetzung noch wertgelegt?

Klarheit und verständliche Sprache

Um ein derartiges Thema angemessen zu vermitteln, spielen sowohl ein gut strukturierter Aufbau aller Inhalte als auch verständliche Begrifflichkeiten eine große Rolle. Das Lernangebot ist in drei Kapitel unterteilt: Wissen, Erkennen und Handeln. Zudem legten wir besonderen Wert auf eine einfache, klare Sprache.

Didaktische Vielfalt unterstützt die Inhalte

Um die teils sehr sachlichen und oft belastenden Inhalte zu vermitteln, suchte unser Team nach einem Weg, das Lernen dennoch so leicht und angenehm wie möglich zu gestalten. Die Farben und Gestaltung spielen hierbei eine bedeutende Rolle. Zudem haben wir uns entschieden, keine Bilder von realen oder fiktiven Personen einzusetzen, um Ähnlichkeiten oder Assoziationen auszuschließen.

Stattdessen entwickelten wir drei Avatare als Lernbegleiter: eine Giraffe als neutrale Figur, die die Lernenden durch das Lernmodul begleitet. Ein Vogel, der den Überblick hat, Verweise macht und Zusammenhänge aufzeigt. Und einen Maulwurf für die Detailtiefe, der sich tiefer in die Themen hineingräbt.

Die Audio-Sprecherin im Modul hat einen eher moderierenden Charakter. Mit ruhiger, besonnener Stimme und in klaren Worten gesprochen, ergänzt und erläutert sie die Inhalte.

Vielseitige Aufgabentypen

Drei unterschiedliche Aufgabentypen unterstützen dabei, um das Gelernte zu festigen und den Austausch zum Lernthema anzuregen. Lückentexte, Drag and Drop- und Multiple Choice-Aufgaben dienen der persönlichen, unmittelbaren Lernkontrolle. Reflexionsaufgaben stellen Fragen und regen an, sich weitermit den Themen auseinanderzusetzen. Der dritte Fragentyp sind Impulsaufgaben. Dies sind Aufgaben zur Bearbeitung im Kolleg:innenkreis.

Eigenständiges Erarbeiten

Die Lernenden bewegen sich frei innerhalb des gesamten Moduls, wählen die Kapitel und Lernthemen in beliebiger Reihenfolge aus und können so auch eigenständig entscheiden, ein Thema zu überspringen, wenn dieses für sie weniger relevant oder bereits bekannt ist. Das gesamte Modul appelliert an die eigenständige, selbstverantwortete Auseinandersetzung mit den Lernthemen, bietet für diejenigen, die es bevorzugen aber auch eine klare Struktur.

Übertragbarkeit in Inhalt und Design

Das Lernmodul wurde grafisch so aufgebaut, dass es mit geringem Aufwand für weitere Bistümer adaptiert werden kann. Ansprechpartner:innen und ein paar Informationen, darunter eine Begrüßung des jeweiligen Generalvikars des Bistums, werden angepasst. So haben sich bisher sechs weitere Bistümer angeschlossen und machen das Lernangebot über ihr jeweiliges Lern-Management-System ihren Mitarbeiter:innen zugängig.

„Im Vergleich zu anderen Kundenprojekten war dieses inhaltlich eine neue, besondere Herausforderung und zugleich eine wertvolle Erfahrung für unser Team“ erläutert Jeska Wahlers, Bereichsverantwortliche Digitales Lernen bei learn. „Uns war wichtig, dass die Themen mit der angemessenen Ernsthaftigkeit vermittelt werden. Bei alldem steht für uns die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche im Fokus. Wir sehen unser E-Learning-Modul als einen Baustein in einem wichtigen Gesamtprozess.“

Mehr Informationen erhalten Sie gerne auf Anfrage per Mail an kontakt@learn.work

10.04.2022

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