E-Learning-Müdigkeit? Wie Sie Skepsis im Team abbauen

E-Learning-Müdigkeit? Wie Sie Skepsis im Team abbauen

Akzeptanz lässt sich nicht verordnen – das gilt auch für digitales Lernen. Wenn Mitarbeitende bei der Ankündigung eines neuen E-Learnings zunächst wenig Begeisterung zeigen, hat das oft seine Gründe. Womöglich befürchten sie langwierige Klickstrecken, wenig Bezug zum eigenen Arbeitsalltag oder Zeitdruck, weil ein Pflichttraining absolviert werden muss, während „die eigentliche Arbeit“ liegenbleibt.

Solche Erwartungen entstehen nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch durch Hörensagen. Die gute Nachricht: Erwartungen können sich ändern. Dafür braucht es keine große Imagekampagne für E-Learning, sondern vor allem neue, positive Lernerlebnisse.

Relevanz beginnt vor der Konzeption

Ein wichtiger Hebel ist die Relevanz. Lernende möchten nachvollziehen können, warum sie sich mit einem Thema beschäftigen und was ihnen das Training für ihre täglichen Aufgaben bringt.

Deshalb lohnt es sich, die Zielgruppe frühzeitig einzubeziehen. Welche Situationen bereiten im Arbeitsalltag Schwierigkeiten? Wo fehlen Wissen, Sicherheit oder konkrete Hilfestellungen? Welche Fragen tauchen immer wieder auf? 

Interviews mit Mitarbeitenden oder kurze Befragungen liefern wertvolle Hinweise für die Konzeption. Und Prototypen oder einzelne Trainingsabschnitte lassen sich mit späteren Lernenden testen. Ihr Feedback zeigt nicht nur, ob Inhalte verständlich und Übungen sinnvoll sind. Die Beteiligung signalisiert zugleich: Das Training richtet sich nach der Zielgruppe, nicht andersherum.

Der erste Eindruck zählt – und wirkt nach

Die Gestaltung beeinflusst maßgeblich, mit welcher Haltung Lernende einem E-Learning begegnen. Wer sich erst durch eine komplizierte Navigation kämpfen muss, auf textüberladenen Seiten landet oder für wenige Kernbotschaften unverhältnismäßig viel Zeit benötigt, wird dem nächsten digitalen Lernangebot wahrscheinlich nicht gerade enthusiastisch entgegensehen. Eine intuitive Bedienung, klare Sprache und zeitgemäße Gestaltung wirken dagegen ansprechend und zeigen auch Wertschätzung für die Zeit der Mitarbeitenden.

Dabei gilt nicht: je bunter und spielerischer, desto besser. Animationen, Storytelling oder Gamification unterstützen das Lernen dann optimal, wenn sie zum Thema, zur Zielgruppe und zum Lernziel passen. Gute Gestaltung muss nicht möglichst auffällig sein. Sie sollte es möglichst leicht machen, das Wesentliche aus dem Training mitzunehmen.

Digitales Lernen nicht isoliert denken

Auch der vielleicht gutgemeinte Versuch von Unternehmen, möglichst jedes Lernziel digital abzudecken, kann zu E-Learning-Müdigkeit beitragen. Denn ein digitales Training ist ein wertvolles Lernformat unter vielen, aber nicht für jede Situation die beste Lösung.

Manchmal reicht ein kompaktes Selbstlernangebot, ein attraktives web-based Training. Manchmal braucht es aufeinander aufbauende Module, den anschließenden Austausch im Team, einen Live-Workshop im Blended-Learning-Format oder individuelles Feedback.

Damit verschiebt sich auch die entscheidende Frage – von „Wie bekommen wir diesen Inhalt in ein E-Learning?“ zu „Wie lernen unsere Mitarbeitenden so gut und gerne, dass sie ihr neues Wissen sicher und motiviert in die Praxis übertragen?“ Erst nach ihrer Beantwortung wird entschieden, welche Rolle digitales Lernen dabei spielen soll.

Vertrauen entsteht durch Erfahrung

Skepsis gegenüber E-Learning verschwindet nicht mit einem neuen Namen für das Konzept oder mit einer besonders enthusiastischen Ankündigung. Vertrauen entsteht, wenn Mitarbeitende erleben, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden, Inhalte für sie relevant sind und Lernangebote ihre Zeit wert sind. Dann machen sie zügig positive Erfahrungen und teilen diese im Team. So merken alle, dass digitales Lernen Prozesse erleichtern, Sicherheit geben und neue Möglichkeiten eröffnen kann. Der beste Imagegewinn für E-Learning ist deshalb ganz einfach gutes E-Learning!

Wir versprechen Ihnen jedoch nicht, Ihre Mitarbeitenden zu absoluten E-Learning-Fans zu machen. Ein deutlich realistischeres – und wertvolleres – Ziel ist, dass sie nach dem nächsten Training sagen: „Das hat mir wirklich etwas gebracht.“ Gerne erreichen wir genau das gemeinsam mit Ihnen! > kontakt@learn.work

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